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Kategorie: Ganzheitliche Berufskunde

 

HeilpraktikerIn (Psychotherapie)

Die Situation hat sich im Laufe der letzten 10 Jahre vor allem auch durch Inkrafttreten des Psychotherapeutengesetzes 1999  drastisch verändert:
um "HeilprakikerIn für Psychotherapie" nach dem HP-Gesetz zu werden, ist es seit vielen Jahren Pflicht, eine umfangreiche mündliche Prüfung beim zuständigen Gesundheitsamt abzulegen, in vielen Städten und Kreisen erfolgt mittlerweile zusätzlich eine schriftliche Überprüfung.

HP-Psych erhalten nach dem Bestehen dieser Prüfung die Erlaubnis, psychische Krankheitsbilder zu erkennen, zu lindern und zu behandlen. Dabei müssen die angewandten Methoden deutlich psychotherapeutisch ausgerichtet sein.
Rein körperliche Leiden dürfen von HP-Psychotherapie nicht behandlet werden, ebensowenig dürfen diese Medikamente verschreiben oder verabreichen. Die Heilerlaubnis ist also im Gegensatz zu der der HP eingeschränkt.

Leider wird der HP-Psychotherapie aus diesem Grund manchmal als "Kleiner HP" bezeichnet, was unserer Meinung nach eine unzulässige und dem Berufsbild nicht gerecht werdende Bezeichnung ist. Überhaupt legt die Verknüpfung mit dem Wort "Heilpraktiker" eine naturheilkundliche Ausrichtung nahe, die häufig gar nicht gegeben ist. Psychotherapeutische HeilpraktikerInnen arbeiten psychotherapeutisch und nicht naturheilkundlich.
Die Berufe HP und HP-Psychotherapie sind also nicht "groß" oder "klein", sondern sie beschreiben zwei völlig verschiedene Tätigkeitsfelder.

Autorin: Conny Dollbaum, Heilpraktikerin

Quelle: Eigene Zusammenstallung

Datum: 25.02.2010

Hintergrund/Kontext
Das Berufsbild "Heilpraktiker Psychotherapie" (im Folgenden häufig abgekürzt mit "HP-Psychotherapie") gibt es seit Januar 1993 als Ergänzung des Heilprakikergesetzes.

Rechtslage
Ursprünglich sollte so umfangreich ausgebildeten und vor allem in Kliniken arbeitenden TherapeutInnen (z.B. PsychologInnen, Diplom-PädagogInnen) , die nicht Ärzte waren, ermöglicht werden, durch "Prüfung der Aktenlage" die "Ausübung der Heilkunde" zu erlangen und damit nicht weisungsgebunden therapeutisch tätig zu werden. Eine Überprüfung wie sie heute üblich ist, gab es damals noch nicht!